Drosa

Aus gewaltigen Steinen errichteten die Menschen der Jungsteinzeit - dem Neolithikum - Großsteingräber als Grabstätten für ihre Toten. Neben der Jagd betrieben die in dieser Zeit sesshaft gewordenen Menschen auch Ackerbau und Viehzucht. Die Töpfer der jüngeren Steinzeit verzierten bereits ihre gefertigten Gefäße. Nach der Form dieser Keramik wurde diese Kulturepoche unter anderem auch als Trichterbecherkultur bezeichnet.

Man ist immer wieder erstaunt, wie es den Erbauern möglich war, mit einfachsten Mitteln diese monumentalen Grabstätten zu errichten. In früheren Jahrhunderten waren die Menschen sehr abergläubisch und hielten vermutlich Teufel oder sogar Riesen für die Großsteingraberbauer.

Um viele Großsteingräber entstanden so immer wieder Spukgeschichten, Legenden und Sagen.

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Der Ort Drosa liegt etwa 8,5 km nordwestlich von der Kreisstadt Köthen (Anhalt) und östlich von Bernburg (Saale).

 

Bereits ab der Ortsmitte von Drosa ist das Grab ausgeschildert und gut zu finden. Ein kleiner Park- und Rastplatz ganz in der Nähe lädt zum Verweilen ein.

In einer Kleingartenanlage nördlich der Gemeinde befindet sich das monumentale 5.000 Jahre alte Megalithgrab - der so genannte "Teufelskeller". Es ist ein Teil der jungsteinzeitlichen Steinarchitektur und gehört zur archäologischen Besonderheit unserer Region.

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Erhalten sind noch sechs Tragsteine aus Granit und ein gewaltiger Deckstein. Die trapezförmige Grabkammer war Westnordwest-Ostsüdost ausgerichtet und das Innenmaß beträgt über neun Meter. Die schmalen Seiten sind innen zwischen 1,25 und 2,30 Meter breit. Die Tragsteine waren von einer bis zu 1 Meter dicken Lehmschicht umgeben. Die Fugen wurden damals mit Steinen und Erde ausgefüllt.

An der südlichen Seite befand sich ein breiter Gang, durch welchen die Toten zur Beisetzung in das Grab getragen wurden. Den Gang und die Grabkammer trennte ein Schwellstein. Eine Kalksteinplattenschicht bildete den Boden des Grabes, auf der die Reste der Skelette in zwei Bestattungsschichten aufeinander lagen.

Umfangreiche Beigaben wurden im Grab gefunden, so z.B. Gefäße, Feuersteinwerkzeuge, Tierzähne, ein Steinbeil, eine Knochennadel und ein Kupferblechröllchen.

Der Name "Teufelskeller" ist vermutlich in der christlichen Zeit von der Geistlichkeit erdacht worden, die durch Nennung des Teufels die Bewohner von dem Besuch der heidnischen Stätte abhalten wollte.

Drosa Eine Sage erzählt:

"Der Teufelskeller bei Drosa"

"In grauer Vorzeit war die Gegend von Wulfen mit einem dichten Wald bedeckt. Unter einem riesigen Stein hatte der Teufel seine Wohnung. Tag und Nacht durchtobte der Böse mit einer wilden Schar von Jägern und Hunden die Gegend.

Im Walde wohnte ein junger Köhler mit seiner Mutter. Sie war eine fromme Frau, aber der Sohn ein roher, wilder Geselle. Als ihm die Mutter einst über sein wüstes Leben Vorhalte machte, erhob er zornig die Hand und erschlug sie.

Nun war er reif für den Teufel! Auf seinen Streifzügen hatte er den "Alten des Waldes" kennen gelernt. Beide schlossen ein Bündnis. Der Böse versprach dem Köhler auf zwanzig Jahre alle Freuden des irdischen Lebens. Dafür verschrieb dieser sich ihm mit Leib und Seele. In Lust und Wonne verrauschte die Zeit.

Da erschien dem Köhler eines Tages der Böse und sagte: "Binnen wenigen Tagen ist deine Frist um. Halte dich zur Abfahrt in die Hölle bereit!". Der Köhler erbebte. Voller Verzweiflung und von Gewissensbissen gepeinigt, taumelte er nachts in den Wald hinaus. Am Saume desselben erreichte er eine Kapelle. Zerknirscht sank er nieder. Der Priester nahm sich des jungen Köhlers an, da er Reue über sein verfehltes Leben empfand. Der Teufel war darüber sehr erbost. Auf allen Wegen und Stegen versuchte er, den Bekehrten wieder in seine Netze zu ziehen. Aber seine Bemühungen waren vergebens. So musste der Böse auf die Seele, die er schon in sicherem Besitz zu haben glaubte, zu seinem größten Ärger verzichten."

Eine andere Sage erzählt:

"Das Grab des Drusus bei Drosa"

"Im Jahre 9 v. u. Z. drang der römische Feldherr Drusus, der Stiefsohn des Kaisers Augustus, in raschem Verheerungszuge bis zur Elbe vor.

Am Ufer der Elbe trat ihm ein Weib von übermenschlicher Größe entgegen und rief ihm drohend zu: "Wohin willst du, unersättlicher Drusus? Das Geschick hat dir hier ein Ziel gesetzt! Zurück! Deiner Taten und deines Lebens Ende ist nahe."

Erschüttert durch die Warnungsstimme, begnügte sich Drusus Siegeszeichen am Ufer der Elbe aufzurichten und kehrte um. Auf dem Rückzug starb er infolge eines Sturzes mit dem Pferd. Da Drusus die Elbe wohl an ihrem Mittellaufe erreichte, so nahm man an, es sei in der Gegend von Wulfen geschehen.

Die Sage erzählt, dass sich die Grabstätte des Drusus im so genannten "Teufelskeller" auf dem Bruchberg befinden soll.

Der Pfarrer Dunckel, der von 1748 bis 1759 in Wulfen lebte, meinte, dass das Dorf Drosa daher auch seinen Namen erhielt."

(Quelle der Sagen: "Vom Kobold, Nickert und dem Nonnenstein", Herausgeber: Rat der Stadt Köthen - Köthen-Information)

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