Gehrden

Aus gewaltigen Steinen errichteten die Menschen der Jungsteinzeit - dem Neolithikum - Großsteingräber als Grabstätten für ihre Toten. Neben der Jagd betrieben die in dieser Zeit sesshaft gewordenen Menschen auch Ackerbau und Viehzucht. Die Töpfer der jüngeren Steinzeit verzierten bereits ihre gefertigten Gefäße. Nach der Form dieser Keramik wurde diese Kulturepoche unter anderem auch als Trichterbecherkultur bezeichnet.

Man ist immer wieder erstaunt, wie es den Erbauern möglich war, mit einfachsten Mitteln diese monumentalen Grabstätten zu errichten. In früheren Jahrhunderten waren die Menschen sehr abergläubisch und hielten vermutlich Teufel oder sogar Riesen für die Großsteingraberbauer.

Um viele Großsteingräber entstanden so immer wieder Spukgeschichten, Legenden und Sagen.

Gehrden Stein mit Tafel

Gehrden ist Ortsteil der Stadt Zerbst/Anhalt und liegt an der Bahnstrecke Magdeburg-Leipzig. Die Elbe ist Richtung Süden nur fünf Kilometer von der Gemeinde entfernt. Das Gemeindegebiet grenzt an das Biosphärenreservat Mittelelbe.

Auf der Westseite des Ortes befindet sich ein aus 62 Steinen gebautes Hünengrab. Die Kult- und Begräbnisstätte ist eine der letzten jungsteinzeitlichen Anlagen der Gegend. Die Entstehung ist der mittleren Jungsteinzeit zwischen 3.500 und 2.800 v. Ch. zuzuordnen.

Gehrden

Das Gehrdener Hünengrab mit seinen gewaltigen aufrecht stehenden Findlingen stellt auch eines der schönsten und ungewöhnlichsten Großsteingräber, das die Zeit überdauert hat, dar. Heute sind von den in zwei Reihen stehenden Steinen noch 56 von ehemals 62 vorhanden. Es gehört zu den kammerlosen Hünengräbern.

Die Grabstätte ist von Zerbst/Anhalt über Güterglück kommend - kurz vor dem Ortsausgangsschild in Richtung Lübs auf der linken Seite - ausgeschildert. Von Lübs aus kommend, verdeckt das Ortseingangsschild den Hinweis. Ein Weg führt zu dem etwa 200 Meter entfernten Hünengrab.

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