Stadt Sandersdorf-Brehna

Zur Stadt Sandersdorf-Brehna gehören die Ortsteile: 

Sandersdorf liegt westlich der Stadt Bitterfeld-Wolfen undwurde im Jahr 1373 zum ersten Mal in den Urkunden des Klosters Brehna erwähnt. Die Struktur des heutigen Ortes unterteilt sich in den ursprünglichen Dorfkern, neue Siedlungen und die beiden Neubaugebiete der 60er und 70er Jahre.

Das Sandersdorfer Strandbad ist mit seiner hervorzuhebenden Wasserqualität ein beliebtes Ziel für Dauercamper, Tauchsportler und viele andere Badegäste.

Der Ortsteil Brehna gehört zu einem uralten Siedlungsgebiet. Bereits vor 7.500 Jahren, als die Menschen begannen sesshaft zu werden, haben sie sich hier niedergelassen.

Der Name Brehna ist slawischen Ursprungs, weshalb angenommen wird, dass Brehna auch von Slawen gegründet wurde. Diese rückten nach der Zerschlagung des Thüringer Reiches 531 ab dem 7. Jahrhundert in den Raum zwischen Saale und Elbe vor. Die Region um Brehna gehörte zum Siedlungsgebiet der Zitici (Zentralburg Zurbici, Zörbig). Die Bedeutung des Wortes "Brehna" (Bren, Brene) leitet sich vermutlich von dem Namen ab, den die einst hier lebenden Sorben dem heute als "Strengbach" (auch "Rhein") bezeichneten Flüsschen gaben, das sich durch den Ort windet ("bryn" u.ä. war ein häufiger Bestandteil in Gewässernamen).

Als die Sachsen unter Heinrich I. im 10. Jahrhundert das Gebiet östlich der Saale eroberten, kam mit ihnen das Geschlecht der Bukonen ("de tribu Bucizi"). Die Nachfahren dieser Adelsfamilie ließen sich in Brehna nieder und bauten den Ort zu einem Burgwardmittelpunkt aus. Die erste urkundliche Erwähnung Brehnas stammt aus dem Jahr 1053.

Bockwindmühle in BrehnaStadtrecht erlangte Brehna zu Anfang des 13. Jahrhunderts. In einer Urkunde aus dem Jahre 1220 wird Brehna bereits "Stadt" genannt. Etwa zur selben Zeit wurde das Brehnaer Nonnenkloster als "Hauskloster" und Familiengrabstätte der "Grafen von Brehna" gestiftet.

1290 starb die zum Geschlecht der "Wettiner" gehörende Linie der "Grafen von Brehna" aus. Die Grafschaft Brehna, die sich zu jenem Zeitpunkt von Brehna nach Osten bis östlich der Schwarzen Elster und nach Norden bis kurz vor Wittenberg ausdehnte, fiel an das Herzogtum Sachsen-Wittenberg.

Nach dem Aussterben der Sachsen-Wittenberger Linie der Askanier gelangt die Grafschaft Brehna 1423 wieder an die Wettiner. Als 1815 das Königreich Sachsen in Folge seiner Niederlage bei der Völkerschlacht einen Großteil seiner Territorien verlor, kam Brehna zu Preußen.

Sehenswürdigkeiten des Ortsteils Brehna sind u.a. die Stadt- und Klosterkirche St. Jacobus Major und St. Clement, das Rathaus, der Stadtbrunnen, die Postsäule, das Taubenhaus und zwei Bockwindmühlen.

Brehna liegt ca. 19 km nordöstlich von Halle (Saale) an der Kreuzung der B 100 und der A 9.

Weiter Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Stadt Sandersdorf-Brehna.

Die Wettiner und die Grafschaft Brehna

Die Grafschaft Brehna, so wird vermutet, entstand 1034/35 nach der Ermordung Dietrich II. Markgraf der Lausitz. Dietrichs Söhne, Timo und Gero, werden auf einer 1053 in Goseck ausgestellten Urkunde "Grafen von Brehna" genannt. Das ist der erste schriftliche Nachweis einer "Grafschaft Brehna".

Wo sich die Burg der Grafen von Brehna befand, ist nicht überliefert. Zwei Standorte kommen in Frage: der so genannte Burgberg und das Gelände um die Brehnaer Kirche.

Timos Sohn Konrad wurde "Markgraf von Meißen" und "Markgraf der Ostmark" (Konrad der Große). Er gilt als "Stammvater" des sächsischen Königshauses (Wettiner) und reitet an der Spitze des "Dresdener Fürstenzuges". Konrad der Große hat vor seinem Tode aller weltlichen Güter und Würden entsagt. Seine Söhne wurden Markgrafen und Grafen.

Stadtansicht Brehna

Konrads jüngster Sohn, Friedrich I., erhielt die Grafschaft Brehna. Er und seine Nachfolger weiteten ihre Herrschaft ins Neusiedelland über die Elbe in das Gebiet der Schwarzen Elster aus. Um 1200 verlegten die Grafen von Brehna ihren Sitz nach Herzberg.

Im 13. Jahrhundert etablierten die "Grafen von Brehna" den Templerorden in unserer Region - in Mücheln, bei Wettin. Erhalten blieb dort bis heute die Kapelle der Komturei (erbaut zwischen 1270 und 1290) - das einzige weitgehend erhaltene sakrale Bauzeugnis der Templer auf deutschem Boden.

Kontakt:
Heimat- und Geschichtsverein Brehna e.V.
Tel.: 034954 41384
Mail: katja-muenchow@gmx.net

Quelle:
"Brehna eine Stadt mit Geschichte" mit den Themen: Stadt Brehna, die Wettiner und die Grafschaft Brehna und das Augustinerinnenkloster in Brehna vom Heimat- und Geschichtsverein Brehna e.V., Dr. Münchow

Das Augustinerinnenkloster in Brehna

Im Jahre 1201 gründete Gräfin Hedwig, die Witwe des Grafen Friedrich I. von Brehna, ein Augustinerinnenkloster in Brehna. Die Klosteranlage schloss sich südlich an die Brehnaer Kirche an. Eine Zeichnung von Wilhelm Dilich (um 1627) zeigt ein großes Klostergebäude, das Refektorium (Speisesaal) und ein Dormitorium (Schlafsaal) der Nonnen beherbergte. Die Kirche nutzten Nonnen und Dorfbewohner gemeinsam. Die Wirtschaftsgebäude lagen zum Teil außerhalb des geschlossenen Klostergeländes.

Die Tracht der Augustinerinnen bestand aus einem schwarzen Unterkleid und einem weißen Übergewand. Ein schwarzer mit roten Kreuzen bestickter Schleier bedeckt Kopf und Rücken.

Zum Brehnaer Kloster gehörte eine Schule für adlige Mädchen. Die bekannteste Schülerin war Katharina von Bora, die spätere Frau Martin Luthers. Sie verbrachte in Brehna einige Kindheitsjahre, ehe sie Ende 1508 oder Anfang 1509 in das Kloster Nimbschen wechselte. Von hier aus floh sie 1523 gemeinsam mit weiteren Nonnen nach Wittenberg.

Turm der Brehnaer Kirche Altar der Kirche Brehna

Während der Reformation gehörte Brehna zu jenem Gebiet, in dem der neue, evangelische Glaube Verbreitung fand. 1525 kam der erste evangelische Pfarrer. Das Brehnaer Kloster wurde schrittweise aufgelöst, wobei die Nonnen hier ihren Lebensabend beschließen durften, sofern sie bereit waren, die neue Lehre anzunehmen.

1604 wurden die Klostergüter an die Stadt Brehna übertragen. Doch ein im Kloster vermuteter "Schatz der Nonnen von Brehna" blieb unauffindbar. Die Frage nach seinem Verbleib wurde zum Ausgangspunkt der Sage von der "Gans auf den goldenen Eiern" (Motiv des Brehnaer Marktbrunnens).

Das letzte Zeugnis des ehemaligen Brehnaer Klosters ist Teil der heutigen Stadt- und Klosterkirche. An den im romanischen Stil erhalten gebliebenen Turm schließt sich das Hauptschiff der Kirche an. Der Turm verlor während des Stadtbrandes von 1713 seine barocke Haube von 1618. Das provisorische Zeltdach ist bis heute erhalten. Der Chor als östlicher Anbau wurde im Rahmen der Klostergründung 1201/2 in der Zeit der Romanik errichtet. Bemerkenswerte Ausstattungsstücke sind z.B. der barocke Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert mit Teilen eines Schnitzaltars aus dem 16. Jahrhundert, die Patronatsloge der Familie Kronbiegel von 1714 und der Epithaph des Pf. König.

Die heutige Kirche ist seit dem 10. Mai 2003 als Autobahnkirche gewidmet. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.kirche-brehna.de.

Weitere Ortsteile der Stadt Sandersdorf-Brehna:
 

Glebitzsch, Heideloh, Petersroda, Ramsin, Renneritz, Roitzsch, Zscherndorf

Nähere Informationen zur Stadt Sandersdorf-Brehna

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