Landschaften und Städtebilder von Fritz Welsch

85 (!) Jahre wird Fritz Welsch, von vielen liebevoll Fritz oder Professor genannt, im März jung. Anlass für ihn, nochmals in der Galerie am Quadrat in der Landkreisverwaltung in einer Ausstellung einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens zu zeigen. Es ist seine dritte Exposition an dieser Stelle. Als Thema wählte er dieses Mal "Landschaften und Städtebilder".

Herr Elze und Herr Welsch Besucher besichtigen die Ausstellung

Zur Eröffnung am 9. Februar, zu der so viele Gäste wie noch nie erschienen waren, porträtierte Kulturamtsleiter Eckhard-Bodo Elze sprachlich den Künstler, der sich nicht als solchen sieht. "Ein Künstler bin ich nicht", so Professor Welsch, "denn ein Künstler hat dies studiert". Sein Berufswunsch war es auch nicht. Aber trotzdem begleitete den Autodidakten Fritz Welsch sein gesamtes Leben bis heute die Malerei. 1925 in Plauen geboren, begann er nach dem Abitur ein Medizinstudium. Aber der 2. Weltkrieg durchkreuzte seine Pläne. Eine Fortsetzung des Medizinstudiums danach war nicht möglich. Zwirner, zwischenzeitlich erlernt im Kunstfaserwerk, das konnte es nicht sein. Und so wurde Fritz Welsch Lehrer. 1953 wurde er Direktor am Institut für Lehrerbildung in Halle-Kröllwitz und Anfang der 60er Jahre wechselte er nach Berlin zum Ministerium für Volksbildung. Etwas später kam die Abordnung nach Köthen, um hier aus dem Institut für Lehrerbildung eine Pädagogische Hochschule im Zeitraum von fünf Jahren aufzubauen. Fritz Welsch blieb in Köthen. Aus fünf Jahren sind fast 50 geworden.

Lehrstuhlleitung, Professor, wissenschaftliche Veröffentlichungen, Herausgabe von Fachbüchern, all das wurde zu seinem beruflichen Schwerpunkt. Trotz dieser beachtlichen Entwicklung, so Eckhard-Bodo Elze, blieb Fritz Welsch, der das Zeitgeschehen immer kritisch begleitet, ein bescheidener und gutherziger Mensch. Wenn er über sich spricht, ist es immer sehr kurz. Im Gegenzug dazu sind die Ausführungen des Dankes gegenüber Anderen stets umfangreich. Was die künstlerische Seite von Fritz Welsch anbelangt, so war und ist diese für ihn immer nur Vergnügen. Er bewundert die französischen Impressionisten und liebt das Experimentieren. Ob Aquarell, Öl, Pastellzeichnungen, Graphiken, gespachtelte oder plastische Arbeiten in Gips, Ton oder Speckstein - all das gehört zu seinem Repertoire. So dokumentieren seine Arbeiten, die in ihrer Gesamtheit ein breites Spektrum der bildenden Kunst umfassen, wie Eckhard-Bodo Elze treffend formulierte, die Vielseitigkeit ihres Erschaffers. Professor Welsch selbst stellte einen Wandel an sich fest. Lange Zeit malte er sehr detailgetreu. Später lag ihm mehr daran, das Wesentliche eines Themas herauszuarbeiten. Zudem möchte er die Betrachter seiner Bilder nicht sich selbst überlassen, sondern ihnen einen Tipp geben, eine Hilfestellung für die Interpretation. "Meine Bilder haben alle einen Titel", sagt Fritz Welsch. Seine Inspirationen schöpft der Professor viel auf seinen Reisen. Das wird in der Ausstellung überaus deutlich. Viele Leute, so Fritz Welsch, fotografieren im Urlaub Motive, die ihnen besonders gefallen oder kaufen eine Postkarte davon. Er wiederum fertigt eine Skizze an Ort und Stelle an. Später dann malt er das eigentliche Bild, beschreibt er den Prozess. "Wenn man malt, gewinnt man tiefere Eindrücke, weil man aufmerksamer und intensiver beobachtet". Und genau dies wird in der Ausstellung überdeutlich. Schauen Sie sich die Exposition an. Lassen Sie sich einfangen von den Landschaften und Städtebildern. Letztere entführen sowohl in fremde Länder, aber auch Köthen findet sich vielfach wieder.

Noch bis Ende März können die Bilder von Fritz Welsch in der Galerie am Quadrat in der Landkreisverwaltung in Köthen im 1. und 2. Obergeschoss betrachtet werden.

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