Klimaschutzmanagement veröffentlicht integriertes Klimaschutzkonzept
Seit dem 13.05.2024 gibt es im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ein Klimaschutzmanagement. Die Stelle des Klimaschutzmanagements ist vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert und hat das Ziel, Klimaschutz dauerhaft als Thema in die Abläufe und Aufgabenbereiche der Kommune zu integrieren.
Im Rahmen des Förderprojekts wurde Ende 2025 ein integriertes Klimaschutzkonzept für den Landkreis Anhalt- Bitterfeld erfolgreich fertiggestellt. Ein Klimaschutzkonzept ist eine Planungs- und Entscheidungshilfe, um Maßnahmen umzusetzen und Klimaschutz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld zu verankern. Dafür wurde eine umfassende Bestandsaufnahme in Form einer Energie- und Treibhausgasbilanz erstellt. Sie zeigt die Energieverbräuche verschiedener Sektoren und Energieträger auf und ermöglicht dadurch eine systematische Erfassung der entstehenden Emissionen. Aufbauend darauf verdeutlicht die vorhandene Potenzialanalyse, welche Möglichkeiten zur Reduktion von Treibhausgasen im Landkreis bestehen. Durch die Ergänzung verschiedener Szenarien wurden mögliche zukünftige Entwicklungen modelliert.
Überblick Energie- und Treibhausgasbilanz im Klimaschutzkonzept
Der Endenergieverbrauch des Landkreises Anhalt-Bitterfeld im Jahr 2022 betrug 4.413,2 GWh – das sind knapp 1,4 Mio. Tonnen CO2-Emissionen. Der pro Kopf Anteil liegt hierbei bei 8,9 Tonnen CO2-Emissionen im Landkreis.
Der Vergleich mit anderen Kommunen zeigt, dass der Landkreis Anhalt-Bitterfeld bei den Gesamttreibhausgasemissionen im Durchschnitt liegt. Während er bei der Erzeugung erneuerbaren Stroms im Bereich des höchsten Bestwertes aller Kommunen liegt, fällt der Energieverbrauch der privaten Haushalte sowie beim motorisierten Individualverkehr unterdurchschnittlich aus.
Kernstück des Klimaschutzkonzeptes: Erstellung und Priorisierung eines Maßnahmenkataloges
Aufbauend auf den vorhandenen Daten wurde im Rahmen eines breiten Beteiligungsprozesses – mit Bürgerinnen und Bürgern sowie in enger bereichsübergreifender Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung – ein umfangreicher Maßnahmenkatalog durch das Klimaschutzmanagement erarbeitet und priorisiert:
- Gründung eines Energie- und Klimastammtisches im Landkreis Anhalt-Bitterfeld
- Angebote im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für Kinder
- Durchführung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel an den Verwaltungsgebäuden
- Ausbau und Qualifizierung von Radwegen an Kreisstraßen
- uvm.
Im nächsten Schritt werden in Zusammenarbeit mit Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürger im Rahmen eines geplanten Anschlussvorhabens die Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzeptes (siehe Dokumente unter dem Artikel) konkret umgesetzt.
Mit dem Klimaschutzkonzept verfolgt der Landkreis Anhalt-Bitterfeld das Ziel, die kommunalen Handlungsspielräume zu nutzen und den Klimaschutz strategisch, koordiniert und messbar zu realisieren. Mit der Umsetzung dieses Klimaschutzkonzeptes hat die Landkreisverwaltung die Chance, nicht nur einen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten, sondern auch regionale Wertschöpfungspotenziale zu nutzen und die eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber Folgen des Klimawandels zu stärken.
Haben Sie Ideen und Anregungen für mehr Klimaschutz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld?
Melden Sie sich gerne bei unserer Klimaschutzmanagerin!
Projekttitel: „KSI: Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes mit Klimaschutzmanagement für die eigenen Zuständigkeiten des Landkreis Anhalt-Bitterfeld – Erstvorhaben“
Projektträger: Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH für das BMUKN
Laufzeit: 13.05.2024 bis 31.07.2026
Förderkennzeichen: 67K24461
Projektleiterin: Manuela Danneberg
Klimaschutzmanagerin: Shalaja Weber
Nationale Klimaschutzinitiative
„Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.“
Weitere Informationen zur Nationalen Klimaschutzinitiative des BMUKN finden Sie unter: www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie

