Fuhneradweg

Verlauf:

Jeßnitz - Wolfen - Reuden - Salzfurtkapelle - Wehlau - Zehbitz - Radegast - Löbersdorf - Cöttnitz - Cösitz - Priesdorf - Schortewitz - Görzig - Glauzig - Hohnsdorf - Plötz - Gottgau - Schlettau - Werdershausen - Gröbzig - Berwitz - Pfitzdorf - Wiendorf - Ilbersdorf - Lebendorf - Leau - Kleinwirschleben - Baalberge - Roschwitz - Bernburg

die FuhneGesamtlänge: 72 km

Beschaffenheit des Radweges:

Der Großteil der Strecke wird im Mischverkehr von Radfahrern und Kfz geführt. Selbstständige oder straßenbegleitende Radwege sind weniger vorhanden. Die Belagqualität ist überwiegend als gut bis mittelmäßig zu bewerten.

DB-Anbindung:

Jeßnitz, Wolfen, Weißandt-Gölzau, Baalberge, Bernburg-Friedenshall, Bernburg

Ausgangs- und Einstiegspunkte:

Für die Route bilden der Mulderadweg im Osten bei Raguhn-Jeßnitz und der Saale-Radwanderweg im Westen bei Dröbel (Bernburg) die Ausgangs- und Einstiegspunkte. Der Fuhneradweg verbindet den Saale-Radwanderweg mit dem Mulderadweg und ermöglicht damit die Vier-Flüsse-Tour (Saale-Elbe-Mulde-Fuhne). Die Bahnhöfe in Jeßnitz, Wolfen und Bernburg schaffen Anbindungen an den Mulderadweg (Wolfen), den Europaradweg R 1 (Preußlitz/Bernburg) und den Saale-Radwanderweg (Bernburg). Ein Anschluss zur Kohle¦Dampf¦Licht-Radtour ist über eine Verbindung von Wolfen nach Bitterfeld vorhanden.

die Fuhne

Charakteristik der Route:

Die Fuhne ist ein Tieflandbach im Herzen Sachsen-Anhalts, der durch seine Bifurkation die beiden Elbe-Zuflüsse Mulde und Saale miteinander verbindet. Wie ein grünes Band zieht sich die Fuhneaue durch den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, bildet zeitweilig die Grenze zum Saalekreis und schwenkt dann nach Norden in den Salzlandkreis ein.

infotafel an der quelle bei zehbitzWanderungen und Radtouren entlang der Fuhne sind bei Insidern sehr beliebt. Die ursprüngliche Bezeichnung "Vona" bedeutet so viel wie sumpfig oder faulig. Noch heute gibt es in der Umgebung Sumpfgebiete, wie beispielsweise bei Löberitz. Verschiedene Naturschutzgebiete und das Landschaftsschutzgebiet Fuhneaue liegen entlang ihres Verlaufs. Die Wasserscheide der Fuhne entstand in der letzten Eiszeit südöstlich der Ortschaft Zehbitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Seitdem tritt dort Grundwasser aus und verteilt sich in zwei Richtungen (Bifurkation) - ursprünglich durch Sumpfgebiet und heute über einen Bachlauf. Weltweit ist das Phänomen der Bifurkation nur sechsmal bekannt.

Wasserscheide an der Quelle bei Zehbitz"Etwas abstrakt dargestellt kann man folgendes beobachten: In einer Quellmulde bei Zehbitz sickert ein Liter Grundwasser an die Erdoberfläche, fließt zum Fuhnegrund hinab und teilt sich schließlich auf der Wasserscheide der Fuhne. Ein halber Liter Wasser fließt nach Osten, erreicht nach etwa zwei Tagen das Spittelwasser bei Jeßnitz, dann die Mulde bei Raguhn und fließt nach vier Tagen bei Dessau in die Elbe. Mit der Strömung der Elbe durchquert dieser halbe Liter wieder den Landkreis Anhalt-Bitterfeld und erreicht am fünften Tag den Ort Barby. Der andere Teil des Wassers fließt langsam über die westliche Fuhne an Radegast, Gröbzig und Baalberge vorbei und wird nach vier Tagen bei Bernburg von der Saale aufgenommen. Auch dieser halbe Liter Fuhnewasser trifft nach fünf Tagen an der Saalemündung bei Barby ein und setzt nun gemeinsam mit der anderen Hälfte des Ursprungsliters seinen Weg im Kreislauf des Wassers fort." (Quelle: Hans J. Cebula)

die Fuhneam Ufer der FuhneDer Fuhneradweg bietet eine erlebnisreiche Flora und Fauna.

Auenrestwälder, Sümpfe und Teiche sind in verschiedene Naturschutzgebiete und das Landschaftsschutzgebiet Fuhneaue eingebunden.

In regelmäßigen Abständen laden Rastplätze zum Verweilen ein und Fahrradanlehner erleichtern den Radtouristen das Abstellen ihrer Räder.

Am Radweg verweisen interessante Schau- und Informationstafeln auf Sehenswürdigkeiten, die einen ausgezeichneten Einblick in die Geschichte und Natur der Fuhne geben.





Hier eine Auswahl der bekanntesten Sehenswürdigkeiten am Fuhneradweg:

Industrie- und Filmmuseum Wolfen im alten ProduktionsgebaeudeAusstellung im Industrie- und Filmmuseum WolfenIn Wolfen präsentiert das Industrie- und Filmmuseum Wolfen eine faszinierende Ausstellung von der Entwicklung und Produktion von Foto- und Kinefilmen. Die Filmfabrik Wolfen war einst die zweitgrößte der Welt. In einem ihrer ersten Produktionsgebäude (Baujahr 1909) begibt sich der Besucher auf eine spannende industriegeschichtliche Reise von 1800 bis 2004 durch die gesamte Region.

Radegast
empfängt seine Gäste mit dem Wegebaudenkmal "Der Theure Christian". Es erinnert an den Bau der Dammstraße. Herzog Christian von Sachsen-Merseburg ließ sie 1683 und 1685 wieder instand setzten. Notwendig war dies, da der Handelsweg von Leipzig nach Magdeburg durch die moorige, sumpfige Fuhneniederung verlief. Dem Herzog zu Ehren wurde 1886-1888 das Denkmal errichtet.

Wegebaudenkmal Theurer ChristianFalschmuenzer von RadegastNiemand macht in Radegast einen Hehl daraus, dass vor Ort eine Falschmünzerei existiert. Sie erinnert an einen Vorfall, der vor über 200 Jahren erhebliches Aufsehen erregte.

Dem Apotheker Ziervogel mangelte es an Geld und so besorgte er sich Münzstempel und eine Presse und prägte eifrig preußische Groschen. Das ging einige Jahre gut, doch 1786 nahm

man ihn fest. Unter Folter gestand er und wurde zum Tode durch das Schwert verurteilt. Bevor der Spruch vollstreckt werden konnte, starb Ziervogel.

Die 2003 eröffnete "Falschmünzerei Radegast" erinnert an dieses Geschehnis. Auf einer Spindelpresse werden Sammlermedaillen mit jährlich wechselnden Motiven geprägt.

Reste der Coesitzer WallburgNeolithisches Huegelgrab in Schortewitz
In Cösitz kommen insbesondere die Ornithologen auf ihre Kosten. Aufgrund der Vogelvielfalt wurde das 38 ha große Naturschutzgebiet Cösitzer Teiche ausgewiesen. Cösitz bietet jedoch noch weitere Sehenswürdigkeiten. Der Cösitzer Park beeindruckt den Besucher vor allem durch den alten und prächtigen Baumbestand. Im Gegensatz dazu zeugen noch die Reste der slawischen Wallburg von der ältesten Besiedlung der Region.

In Schortewitz lassen sich Naturlehrpfad, Streuobstwiese und Amphitheater besichtigen. Direkt an der Strecke liegt ein neolithisches Hügelgrab aus Granit. Es ist vermutlich die Ruhestätte eines neolithischen Häuptlingsgeschlechtes, das südlichste in Europa.

Mauseturm in GroebzigSpinnduesenmuseum in GroebzigGröbzig, auch "die kleine Stadt an der Fuhne" genannt, liegt reizvoll umgeben von idyllischen Fuhneauen. Mit dem Fahrrad kommend, sieht man schon aus der Ferne das Wahrzeichen der Stadt, den Schlossturm. Im Volksmund wird der 36 Meter hohe Turm auch "Mauseturm" genannt. Die Bezeichnung bezieht sich auf seine Funktion als Gefängnis, in dem Bürger festgehalten wurden, die gestohlen, also "gemaust" hatten.

Interessierte an Technik und Erfindungen sollten auf ihrer Tour das im Juni 2008 eröffnete Gröbziger Spinndüsenmuseum besuchen. Dem in Gröbzig ansässigen Uhrmacher C. F. Eilfeld gelang die Herstellung der ersten Metallspinndüse der Welt für die Herstellung von künstlichen Fasern. Die Ausstellung zeigt die über 100jährige Entwicklung der Spinndüsenherstellung, von der Erfindung der Metallspinndüse im Jahre 1908 bis heute.

Außergewöhnlich sind in Gröbzig der dreieckige Marktplatz und die aus dem 18. Jahrhundert stammende Synagoge, welche einmalig in Deutschland ist. Vollständig erhalten sind Synagoge, Gemeindehaus, Schule und Friedhof. Die Dauerausstellung im Gemeindehaus schildert die Geschichte des mitteldeutschen Landjudentums. 1934 übergab die jüdische Gemeinde die Gebäude an die Stadt. Diese richtete darin ein Heimatmuseum ein und vereitelte alle Versuche der Nazis, sie zu zerstören, mit dem Hinweis, es handele sich um deutsches Eigentum.

Sechs Kilometer vor Bernburg liegt Baalberge, ein Ort von kulturgeschichtlicher Bedeutung. Im Grabhügel Schneiderberg wurden unverzierte Tonwaren gefunden, die über eine frühe Besiedelung Auskunft geben. Der Name "Baalberger Kultur" wurde für die dort gefundenen Formenkreise der Trichterbecherkultur eingeführt.

Die Route endet in der ehemaligen anhaltischen Residenzstadt Bernburg. Die Saalestadt liegt an der Südschleife der Straße der Romanik und bietet viele Sehenswürdigkeiten, wie das Renaissanceschloss, die historische Altstadt, viele Kirchen und historische Gebäude. Im Ortsteil Dröbel mündet die Fuhne dann in die Saale. 

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