Zerbster Schloss mit Schlossgarten

Das herausragende Gebäude des Schlosses, einst die bedeutendste Barockresidenz im mitteldeutschen Raum, wurde in den letzten Kriegstagen 1945 stark zerstört. Der sich anschließende, politisch motivierte Abbruch von zwei Trakten der ehemaligen Dreiflügelanlage trug zur weiteren Vernichtung bei. Jahrzehnte der Missachtung, Vandalismus und Witterungseinflüsse haben den Verfall beschleunigt.

Schloss Zerbst vor 1945

Sechs in den 1990er Jahren gestellte Rückführungsansprüche verhinderten für viele Jahre jegliche Investition. Nachdem die Ansprüche in letzter Instanz zugunsten der Stadt Zerbst/Anhalt entschieden wurden, konnte der Förderverein Schloss Zerbst e. V. gegründet und aktiv werden.

Neben der Erhaltung des geschichtsträchtigen Gebäudes, in dem für einige Zeit auch Katharina II. von Russland in ihrer Prinzessinnenzeit lebte, ist der Förderverein Schloss Zerbst e. V. bemüht, die kulturelle Nutzung des Schlosses sukzessive auszubauen. Seit 2003 finden jährlich im Zeitraum zwischen April und Oktober zahlreiche Veranstaltungen verschiedenster Art statt. Dazu zählen neben Führungen durch das Gebäude auch Vorträge, Filmabende, Konzerte und andere musikalische Darbietungen sowie gesellige Abende mit Rahmenprogramm und teilweise Tanz.

Schloss Zerbst
Parallel ist es dem Förderverein gelungen, drei Ausstellungsräume im Schloss herzurichten und auszugestalten. Dieser neue Aspekt des kulturellen Angebotes des Fördervereins wird von Interessierten sehr gut angenommen. In den Vitrinen werden Spolien aus dem 17. und 18. Jahrhundert gezeigt. Auch originale Türen aus der Barockzeit gehören zu den Exponaten. Außerdem sind Objekte zu sehen, die einst im Rahmen des Schlossmuseums ausgestellt waren. Zahlreiche historische Fotos dokumentieren den Zustand des Schlosses vor und nach der Zerstörung 1945. Auch die Arbeit des Fördervereins wird durch viele Aufnahmen transparent.

Im Zentrum des ersten Ausstellungsraumes steht eine Sandsteinfigur vom Schlossbalkon der Hofseite, im zweiten ein Modell eines Zerbster Spezialgewächshauses, eines "Aloe-Turmes". An den Wänden befinden sich originale Briefe der Fürsten von Anhalt-Zerbst. Außerdem sind mehrere historische Stiche mit Schlossansichten zu sehen. Den Höhepunkt bildet ein chinesischer Porzellanteller mit Wappen (um 1750) aus dem Besitz der Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, der Mutter von Katharina II. von Russland. Zur Besonderheit im dritten Raum zählen ein Raummodell eines Rokokozimmers aus dem Schloss und Teile der Särge aus der fürstlichen Gruft. Das Schloss und die Ausstellung sind zu den regulären Öffnungszeiten, zu Veranstaltungen des Vereins, zu Sonderführungen und auf Anmeldung zu besichtigen.

Link zum Förderverein Schloss Zerbst e.V.

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